UnZahl

Der Tod in Zahlen

Statistisch gesehen gibt es eine durchschnittliche Lebenserwartung und der größte Teil der Menschen in Berlin wird älter als 70. Insofern nehmen wir es als gegeben hin, dass die Älteren vor uns sterben. Diese Erfahrung ist in diesem Sinne normal, wenn die eigenen Eltern sterben, auch wenn es schmerzhaft ist. Es gibt aber auch Todesfälle, die zumindest die betroffenen An- und Zugehörigen als unzeitig erleben, als ungerecht, unfair… Dazugehören Kinder und Jugendliche die sterben (vor der Zeit), aber auch alle plötzlichen Tode, die einfach in ein Leben einbrechen, ohne dass es ein Zeit des Abschieds gab.

Statistisch ist dies schwer zu erfassen, da auch Schlaganfälle zum sofortigen Tod führen können, aber als natürlicher Tod durch einen Schlaganfall erfasst werden.

2012 starben in Berlin 32 218 Menschen – das sind 88 Menschen täglich.

  • 150 davon waren Babys, Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren.
  • 805 davon waren Menschen zwischen 20 und 45 Jahren.
  • 1648 Menschen starben durch Verletzungen, Vergiftungen, Stürze und Verkehrsmittelunfälle und andere äußere Ursachen, was letztendlich alles plötzliche Tode sind.

2012 wurden in Berlin 156 Kinder tot geboren. Weitere 41 Kinder starben in den ersten 7 Lebenstagen.  Dazu kommen noch die Fehlgeborenen mit unter 500 Gramm Geburtsgewicht.

Jährlich nehmen sich in der Bundesrepublik Deutschland rund 10.700 Menschen das Leben.

2012 waren es in Berlin 331 Personen – 6 Menschen pro Woche. Dabei ist die Zahl der Suizidsterbefälle von einer hohen Dunkelziffer begleitet, die dann jedoch statistisch wahrscheinlich den „plötzlichen Toden“ zugerechnet sind.  Quelle: Statistischer Bericht 2012 

Konservativ geschätzt gab es 2012 mindestens 3100 Todesfälle, die zur Unzeit eintraten und somit eine besondere Betroffenheit im Umfeld auslösten.

Bei Totgeborenen, die ja noch keine eigenen Beziehungen geknüpft hatten ist es zumeist nur die engste Familie (6- 10 Personen) die direkt betroffen sind. Schon bei Kindern gibt es zudem einen Freundeskreis, eine Schulklasse, einen Hort und bei den jungen Erwachsenen einen eigenen oft großen Freundeskreis, ein berufliches Umfeld (30 – 200 Personen). Daraus abgeleitet sind jährlich vielleicht 300.000 Menschen in Berlin von einem solchen Todesfall betroffen. Das sind so viele Menschen, wie in Steglitz-Zehlendorf (297.000) oder Friedrichshain-Kreuzberg (270.000) leben.