CHARON BESTATTUNGEN
Wer wir sind

Elisabeth Obentheuer
Seit mittlerweile 10 Jahren begleite ich Menschen auf ihrem Weg am Ende eines Lebens. Angefangen habe ich als Ehrenamtliche im Hospiz und bin dort den Sterbenden begegnet. Als Bestatterin begleite ich nun die An- und Zugehörigen. Mir ist es wichtig, genau hinzuhören und hinzuschauen. Eine bewusst gestaltete Zeit zwischen Tod und Beerdigung kann ein erster heilsamer Schritt auf dem Weg der Trauer sein. Ich habe Charon Bestattungen kennengelernt, als einer meiner Söhne unerwartet bei der Geburt verstarb. Die zugewandte Begleitung war für mich ein wichtiger Anker in dieser Zeit der Ohnmacht und Hilflosigkeit. Nach Stationen bei verschiedenen Bestattenden, vom Traditionsbetrieb bis zum modernen Bestattungskollektiv, bin ich wieder zu Charon Bestattungen zurückgekehrt.

Matthias Buhrow
Nach Erfahrungen im Objekttheater und als Jongleur suchte ich mit Mitte Dreißig als Vater von zwei Kindern nach für mich stimmigeren Lebenswegen. Aus eigener Lebenserfahrung weiß ich, dass in der Zeit um den Tod und der Bestattung sehr wesentliche und tatsächlich den Menschen zugehörige Momente entstehen können. Mit meinem Anspruch, Menschen unvoreingenommen wahrzunehmen und anzuerkennen, bringe ich eine Grundhaltung mit, die Charon Bestattungen entspricht. Bestatten bedeutet für mich, in den existentiellsten Situationen (Über-)Lebensräume zu öffnen, zu schützen und zu begleiten, soweit das die Menschen möchten. Ich begreife das als ganzheitlichen Beruf – der mich erdet und dankbar macht. Ich habe schon als Sargträger gearbeitet, ein Fernstudium der Trauerbegleitung absolviert und Praktika beim Bestattungsfuhrwesen und Traditionsbestatter gemacht. Schließlich habe ich eine fundierte Ausbildung zum Bestatten mit trauerbegleiterischem und prozessorientierem Schwerpunkt bei Kulturtrauer e.V. gemacht. An der Seite von Clarissa Schwarz und Uller Gscheidel durfte ich viele wertvolle Lernerfahrungen sammeln, insbesondere um das Begleiten von verwaisten Eltern. Unterwegs bin ich hauptsächlich mit dem Fahrrad und lege Wert auf Nachhaltigkeit. Ich biete einen Trommelkurs in einem Begegnungszentrum für Menschen mit und ohne Behinderungen an.

Rose K. L. Hamm
Der Tod ist ein zutiefst transformatives Ereignis. Er beschließt Leben und formt Lebensläufe – so auch meinen. Ebenso überraschend, wie Sterben, Tod und Trauer zu bedeutsamen Themen in meinem Leben wurden, entstand der Wunsch, als Bestatterin tätig zu werden. Menschen mit Verlusterfahrung zu unterstützen und Hinterbliebene sowie ihre Verstorbenen behutsam durch die besondere Zeit zwischen Tod und Beisetzung begleiten zu dürfen, berührt mich immer wieder: wenn die Verletzlichkeit und Verwobenheit unserer Leben auf schmerzhafte wie liebevolle Weise spürbar werden und sich die wichtige Frage stellt, nicht ob, sondern wie wir von denjenigen Abschied nehmen können, die wir gekannt, geachtet und geliebt haben, mit denen wir gelebt haben und die uns geprägt haben. Meine ersten Einblicke in die Bestattungspraxis erhielt ich 2023 im Rahmen eines Praktikums bei memento Bestattungen. Beeindruckt von dieser bemerkenswerten Arbeit, absolvierte ich die Ausbildung zur trauerbegleiterischen und prozessorientierten Bestatterin bei Kultur:Trauer e.V. Mit einem Hintergrund in Fotografie und Kunst schließe ich derzeit außerdem mein Master Studium in den Bildenden Künsten ab und beschäftige mich dabei mit der Bedeutung von Trauerritualen als kulturelle Praxis. Darüber hinaus bin ich Teil von DIE TRAGENDEN, einer 2026 in Berlin gegründeten Gruppe von Sargträger*innen.

Scarlett Warlich
Zum Bestatten bin ich aus Liebe gekommen. Aus Liebe für meine Omi und Frucht jahrelanger antizipierter Trauer um diesen so geliebten Menschen. In einem Totenfürsorge-Workshop von memento Kultur:Trauer e. V. durfte ich erleben, was ich selbst alles tun kann, um (m)einen Abschied früh mitzugestalten und (meiner) Trauer ihren Raum zu geben. Mit memento bin ich seither eng verbunden und vertiefe dort mein Wissen über das Handwerk des Bestattens. Außerdem bin ich mit der Aufgabe beschenkt, das Wissen rund um die individuelle Gestaltung eines friedlichen Abschieds, den jede Person an jeder Stelle mitgestalten darf, in die Welt zu tragen und damit wichtige bestattungskulturelle Arbeit zu leisten. Matthias von Charon, der Fährperson, ist in mein Leben gekommen, als ich angefangen habe, zum autofreien Bestatten zu arbeiten und der Frage nachzugehen, wohin das Sterben aus dem öffentlichen Raum verschwunden ist: wieso sehe ich keine klassischen Bestattungsfahrzeuge mehr? Und wieso, in einer Stadt wie Berlin, keine Bestattungsräder? Aus diesen Fragen heraus ist unsere Zusammenarbeit erwachsen und der geteilte Wunsch, möglichst viel der bestattungspraktischen Arbeit mit dem Fahrrad umzusetzen. Für die Arbeit als Bestatterin verdanke ich Anke Weinmar & Thomas Henschel aus der Mediationsakademie Berlin mein allerwichtigstes Werkzeug: mit Menschen in den wahrhaftigen Dialog zu treten und wirklich zu verstehen, was es ist, dass ihnen wichtig ist und was sie individuell brauchen. Wenn der Weg des Bestattens auch etwas vorgezeichnet anmutet, gestalten wir ihn dennoch zusammen mit den Zugehörigen einmalig, gehen auch mitten durch Felder und Wiesen..als Lebensende-Mediatorin unterstütze ich Menschen auch darin, innere Konflikte am und zum Lebensende zu klären und zu lösen. Vorsorge verstehe ich dabei als Ausdruck von Selbstbestimmung und Fürsorge: für dich und deine Lieben. Und um das Leben, das bleibt, zu genießen.

Historie von Charon Bestattungen
Gegründet wurde Charon Bestattungen 2002 von Uller Gscheidel. Mit seiner Frau, der Hebamme Dr. Clarissa Schwarz, wurden die Weichen gestellt für die Schwerpunkte auf individuellen Bestattungen sowie der Begleitung verwaister Eltern und ihren verstorbenen Kindern.
Zu 2026 hat Uller Gscheidel nach zwei Jahren gemeinsamer Arbeit und geteilter Inhaberschaft das Unternehmen an Matthias Buhrow übergeben. Uller Gscheidel ist in den Fläming gezogen.
Matthias Buhrow führt Charon Bestattungen nun mit dem obigen Team fort.
Bis heute hat Charon Bestattungen über 2200 Verstorbene und deren Zugehörige begleitet.

Dr. Clarissa Schwarz
Ich bin Hebamme seit 1982, außerdem Gesundheitswissenschaftlerin und Lehrerin. Gemeinsam mit meinem Mann Uller Gscheidel habe ich zwei erwachsene Töchter und ein Sternenkind. Schon zu Beginn meiner Hebammenausbildung machte ich im Kreißsaal die Erfahrung, dass manche Babys tot geboren werden. Ich hatte das Glück dabei von guten Vorbildern lernen zu dürfen und die Betreuung von verwaisten Müttern und die Begleitung in Folgeschwangerschaften war immer ein Schwerpunkte meiner Arbeit als Hebamme. 1999 erhielt ich die Chance ein Forschungsprojekt, aus dem meine Doktorarbeit entstand. Nach insgesamt 13 Jahren an Hochschulen - zuletzt in Bochum, um den ersten grundständigen Hebammenstudiengang in Deutschland aufzubauen - entschied ich mich 2012 wieder in Berlin zu arbeiten. Nun bin ich wieder als freiberufliche Hebamme tätig. Außerdem biete ich Achtsamkeitskurse (MBSR - Mindfulness Based Stress Reduction und MBCP - Mindfulness Based Childbirth and Parenting). Und als Bestatterin begleite ich verwaiste Familien während der wichtigen Zeit zwischen Tod und Bestattung des Kindes.

Uller Gscheidel
Ich bin Dipl. Pädagoge und nach vielen Jahren beratender und leitender Tätigkeit habe ich mich 2002 entschlossen als Bestattungsunternehmer in einem gesellschaftlichen Umfeld neu zu beginnen, das aus meiner Sicht dringend neuer Impulse bedarf, gerade in einer Zeit, in der festgefügte Rituale und Abläufe in Krisensituationen für immer mehr Menschen hohl und sinnentleert wirken. Freilassender Respekt und Toleranz gegenüber anderen Menschen und Einstellungen, waren immer Grundlage meiner Beratertätigkeit. Mitgefühl und Verständnis sind in 35 Jahren gewachsen aus dem tibetischen Buddhismus. Ich lebe seit fast 40 Jahren zusammen mit meiner Frau Clarissa Schwarz, deren langjährige Tätigkeit als Hebamme, unsere Familie immer begleitet hat. Wir haben zwei erwachsene Töchter. Seit 2012 bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer der von mir und meiner Kollegin Susanne Jung gegründeten gemeinnützigen Gesellschaft PortaDora (https://www.portadora.de/)